Volksstimme vom 12.03.2010
Autohaus Online vom 25.03.2010
Mitteldeutsche Zeitung vom 27.03.2010
„Das Olympia-Projekt“ - Willkommen im Haifischbecken
Heinrich Kobert, seit Jahrzehnten in der Kfz-Branche tätig,ist Autor geworden. Zur Leipziger Buchmesse stellt er sein Erstlingswerk „Das Olympia-Projekt“ vor. Er erzählt die spannende Geschichte eines großen Opelhändlers vom Weg aus der Planwirtschaft in das Haifischbecken der freien Marktwirtschaft. Für das Halberstädter Autohaus gleichbedeutend mit dem Verlust von Arbeitsplätzen ,von Existenzen und Vertrauen. Nicht nur Koberts Illusionen wurden zerstört .Viele Harze Autohäuser standen oder stehen vor ähnlichen Problemen. Die Pleitewelle habe nicht erst mit der Weltwirtschaftskrise eingesetzt ,so der Autor.“Wir wurden zu Sklaven der Konzerne die die Kosten brutal auf den Mittelstand abwälzen“. Die Topmanager sind nicht in der persönlichen Haftung , die Händler sehr wohl. Sie bekämen immer neue Investitionen aufgebürdet. Man sei auf Gedeih und Verderb dem Hersteller ausgeliefert. Der Leser ahnt, warum der Konzern jetzt am Abgrund steht.
„Problem ist vor allem der Mutterkonzern GM, das Geld geht in die USA“ist sich Kobert sicher.
Obwohl die meisten Namen im „Olympia-Projekt“verfremdet sind, erkennt der Leser manch Verantwortlichen auch von hiesigen Banken wieder.“ Ich musste das Buch einfach raus bringen so der am System gescheiterte. Er wollte auch keine „Anklageschrift“verfassen, sondern sich ein Stück Zeitgeschichte von der Seele schreiben- auf spannenden 140 Seiten .Heinrich Kobert blickt hinter die Kulissen des knallharten Automobilgeschäfts .Es soll übrigens nicht das einzigste Buch bleiben.
Quelle: Dieter Kunze
Volsstimme vom 12.03.2010
Autohaus Online
Das Olympia-Projekt. Heinrich Kobert gehörte in der DDR zu den Menschen, die das System 1989 am Ende sahen und dazu den Mund aufmachten. Alle Bürger aus den Neuen Bundesländern schöpften mit der Wende neue Hoffnung. Damals hieß es: “Such dir eine deutsche Automarke, das ist sicher, das hat Zukunft. Die bauen die besten Autos.” Kollegen aus den alten Ländern, so Kobert, die beim Aufbau halfen, warnten: “Seid nicht so blauäugig, haltet euch bei den Investitionen zurück. Die Hersteller bestellen, ihr bezahlt.” Das sollte sich für ihn als bittere Wahrheit erweisen.
Kobert schildert in seinem Buch “Das Olympia-Projekt” (ISBN: 978-3-8391-5536-3) seine Unternehmensgeschichte mit Opel, von der Grenzöffnung bis zum bitteren Finale 2002. Das Buch hat mir als “Wessi” sehr deutlich die Sicht jener Menschen nahegebracht, die sich aus dem “Nichts” auf die “Soziale Marktwirtschaft” einzustellen hatten. An Koberts Beispiel wird deutlich, dass es dem Mittelstand strukturell vielfach an Eigenkapital und Rendite mangelt. Es ist ein verdammt weiter Weg, wenn man von Null anfangen muss und trotz größter Anstrengungen einfach nicht vorne ankommt. Ja, da ist mancher unverschuldet auf der Strecke geblieben. Kobert hat hier ein wichtigen wirtschaftsgeschichtlichen Beitrag für die automobile Handelsgeschichte nach der Wende vorgelegt.
Quelle:Prof. Hannes Brachat
Blog HB ohne Filter vom 25.03.2010
Messe mit dem Domschatz und einem Opel-Auto(h)aus
Neuerscheinungen Heinrich Kobert erzählt Geschichten aus der Zeit zwischen sozialistischer Planwirtschaft und ungeplanter Misswirtschaft.
....Als Autoren traf der Besucher auf der Buchmesse einen weiteren Halberstädter. Heinrich Kobert.
Der ehemalige Chef des dortigen Opel- Autohauses gewährt mit „Das Olympia-Projekt“ So zerstört man Visionen einen ganz kleinen Blick hinter die Kulissen des Autokonzerns.
Warum der einst größte Opelhändler Sachsen- Anhalts „kaputt beraten“ wurde und in der Insolvenz landete ,lässt sich nach der Lektüre des 134-seitigen Bändchens besser verstehen.
Die sehr subjektive Sicht des Halberstädters auf die Jahre zwischen politischer Wende und wirtschaftlichem Aus hilft zu begreifen , was Opel und GM wenige Jahre später an die Kante des Abgrundes brachte. Kobert erklärt im MZ-Gespräch : „Dies alles ist die Geschichte meines Unternehmens ,das mit mit Visionen begann und in der Insolvenz endete.“
Das Büchlein schreibt Wendegeschichte, politisch wie unternehmerisch. Beginnt Koberts Weg zum Autohaus- Chef und Präsident des bedeutsamsten Harzer-Fußballvereins Germania Halberstadt doch in der Mangelwirtschaft der End -DDR. Der Autor versprüht Lokalkolorit, schildert Innenansichten der Macht, schreibt von brüllenden SED- Kreissekretären und bangen Kombinatsdirektoren. Das es dabei Unschärfen gibt, in Halberstadt gab es beispielsweise keine Montags.-sondern massive Mittwochsdemonstrationen, mag man ob des zeitlichen Abstandes von 20 Jahren verzeihen. Dass einige handelnden Personen aus der Nordharz- Region geänderte Namen tragen, mag seine Gründe haben. Doch viele der Akteure sind nicht nur in den Erinnerungen der Halberstädter quicklebendig. Die Schilderungen von der Unternehmensgründung , von der Abzockerfraktion und den Mühen der Mitarbeiter, den Sprung von der sozialistischen Planwirtschaft in die ungeplante Misswirtschaft erinnern sehr gut daran , welche Zeit da gestaltet und durchlebt wurde.
Kobert ist einer ,der dabei war. Der vor Treuhand -Türen Schlange stand und Westpartner traf, die nur ihren schnellen Schnitt machen wollten. Aber er hat mit fleißigen und auch mal überforderten Mitstreitern etwas aufgebaut. Wie sehr es ihn schmerzt, dass er Jahre später den Abbau miterleben musste, spürt der Leser aus vielen Zeilen.
Quelle: Uwe Kraus
Mitteldeutsche Zeitung vom 25.03.2010
